Taiji wurde der Sage nach von Zhang Sanfeng entwickelt. Zu seinem Geburtsjahr gibt es verschiedene Angaben: 960, 1247 oder 1279 n.Chr. Auch über seine Existenz gibt es keine schriftlichen Belege. Die einen sehen ihn als Sagengestalt, die anderen glauben, dass er wirklich gelebt hat und sogar über 200 Jahre alt wurde. Als er eines Tages am Meditieren war, beobachtete er einen Kampf zwischen einer Schlange und eines Kranichs. Er war fasziniert, wie die Schlange den Schnabelhieben des Kranichs, geschmeidig und blitzschnell auswich und lernte daraus, dass man «weich» und mit «innerer Kraft» kämpfen kann.

 

Chen-Stil

Die ersten wirkliche Belege über die zwei, bis heute meist verbreiteten Stile, führen zurück ins 17. Jahrhundert. In der Zeit entwickelte Chen Wangting (1597-1664), ein angesehener Offizier in der Ming-Dynastie, den «Chen-Stil». Er gab sein Wissen und Können seinen drei Söhnen Youheng, Changxing und Youben weiter.

 

Yang-Stil

Eine von vielen Geschichten über Yang Luchan besagt, dass er für die Familie von Chen Changxing (1777-1853) arbeitete und heimlich beobachtete wie Chen trainierte. Yang Luchan (1799-1872) trainierte sehr hart. Als Chen eines Tages sah, wie gut Yang das Taiji schon beherrschte, nahm er ihn in seine Familie auf.

 

Xiong-Stil

Xiong Yanghe (29.09.1888 – 29.10.1981) lernte Kampfkünste anfänglich von seinem Vater. Mit 12 Jahren wurde er von Meister Liu He und dessen Schüler Liu Zhong Fang trainiert. Als er 15 Jahre alt war lehrte ihn Meister Yin Wan Bang das Acht-Harmonien-Faustkampfsystem «Jangnan». Später wurde er noch von Meister Tang Dian Qing trainiert und eignete sich so eine solide Basis im Shaolin-Faustkampf an.

Mit 19 Jahren war Xiong Yanghe lokaler Box-Champion des Bezirks Funing und bekannt für seine sehr schnellen und kraftvollen Fusstritte, weshalb er auch «Die Beine Funings» genannt wurde.

Während seiner Militär-Karriere traf Xiong Yanghe Meister Hu Pan (Yang-Stil Taiji Quan) der sein einflussreichster Lehrer wurde.

1949, während der Gründung der Volksrepublik China, zog sich Xiong Yanghe nach Taiwan zurück, wo er den Yang-Stil (mit Elementen des Chen-Stiles) unterrichtete, woraus sich der Xiong-Stil entwickelte. Xiong legte grossen Wert auf praxisbezogene Trainings in Push-Hands und San Shou.

Bis zu seinem Tode im Alter von 94 Jahren, unterrichtete Xiong Yanghe weit über 10'000 Schüler. Mittlerweile hat der Xiong-Stil (Yang-Stil Xiong Men), auch Europa erreicht. Lars Krenzler, der von Meister Wang Jifu im Yang-Stil Xiong Men unterrichtet wurde und 2007 als Meisterschüler in die 80. Generation der Huatuomen-Linie aufgenommen wurde gab sein Wissen unserem derzeitigen Lehrer Urs von Osch weiter.

Das wichtigste im Taiji ist sicher die Erhaltung der Gesundheit und die Förderung der inneren Ruhe. Von unserem Lehrer lernen wir nun, wie man die einzelnen Figuren in der Praxis auch anwenden kann. Das scheint uns auch ein sehr interessanter und wichtiger Aspekt. Denn: heutzutage unterrichten resp. lernen sehr viele Leute nur noch Taiji zu «gehen» nicht aber, wie man es anwenden kann – schade.

Aus den Chen- und Yang-Stilen, entwickelten sich später u.a. noch Stile wie: Wu-, Hao-, Sun- und Xiong-.

 

 

Die Formen, welche wir unterrichten:

 

Die 8er-Form (auch: 10er-Form genannt)

 

Die kürzeste Yang form wurde gegen Ende 1999 von der Chinese Wushu Federation in Beijing veröffentlicht. Warum wird die Form auch 10er-Form genannt? Bei der 8er-Form wird der «Beginn» und das «Ende» der Form nicht mitgezählt.

Diese Form eignet sich sehr gut für Anfänger und beansprucht nur wenig Platz. Sie kann gut in einem Zimmer geübt werden und beansprucht nur etwa 5 Minuten.

 

Die 37er-Form

 

Zheng Manqing (1901-1975), ein TCM-Arzt, war ein Schüler von Yang Chengfu (1883-1935), ein Enkel von Yang Luchan. Aus der Langform des Yang-Stils entwickelte Zheng Manqing die vereinfachte 37er-Form. Im Jahr 1949 floh er nach Taiwan wo er unterrichtete. Später ging er nach New-York und fand dort sehr viele Anhänger.