Wudangshan Woche 4

Juhuu, endlich wieder ein Freitag...!  Unsere Körper fühlen die Strapazen der letzten Woche. Bei den Zhou Tian Huo Shen Gong geht’s weiter mit anspruchsvolleren Übungen. Wir nennen diese vorläufig ‚Frankenstein’, ‚Tyrann’, ‚Kniekicker’ und ‚Thaiboxer’...

Im Fang Song Gong lernten wir zwei weitere Stufen. Die erste Stufe (Pi) – die angenehmste – ist, wenn man mit geschlossenen Augen dasteht und sanfte Berührungen und/oder sanftes Streicheln des Partners versucht zu ignorieren, indem man zuerst das Herz beruhigt und dann (in Gedanken) ins untere Dantian (Xia) geht. Dort angekommen, stellt man sich vor, dass sich das Qi in dem Bereich abwechselnd dehnt und zusammenzieht. Dieser Ablauf ist bei allen Übungen gleich.

Bei der zweiten Übung (Jin) geht’s dann schon recht zur Sache: der Partner muss den anderen jetzt zwicken, klemmen und drücken. Vor drei Tagen wurden wir getestet, der Master selbst „folterte“ uns und die meisten hielten tapfer durch, bis er mich (Gustav) dann an der Innenseite des Ellenbogens in die Haut zwickte: das war dann definitiv zu viel für mich...Für mich, Küni, war das alles zu viel, ich konnte noch nie gut Schmerzen aushalten. Somit liefen bei mir nur noch die Tränen.

Voller grün-gelb-blauer Flecken stellten wir uns gestern der dritten Stufe (Gu), die (noch...) nicht schmerzhaft ist. Der Partner hebt und biegt nun jeweils einen Arm des anderen. Dabei keinen Wiederstand zu leisten ist weniger einfach, als man sich das vorstellt. Das ist momentan die Version „light“. Weiter geht’s dann, indem man die Hand-Ellenbogen- und Schultergelenke des anderen bis zur Schmerzgrenze in alle Richtungen biegt....

Gestern gingen wir zu viert zum ersten Mal zum Chinesisch Unterricht. Die Lehrerein, Dai Shu Jun nimmt es sehr genau. Während Küni mit Niels, einem anderen Kollegen der Kungfu Schule eine Lektion für Fortgeschrittene besuchte, übte ich mit Jürgen als Anfänger zuerst einmal die vier verschiedenen Laute.  

Zwischendurch gehen Küni und ich wieder mal zum Friedhofspark und üben dort unsere 37er- und 108er-Form. In der Schule dürfen wir das nicht, was wir auch absolut verstehen und respektieren. Mittlerweile haben wir auch etwas mehr über die Gepflogenheiten in unserer Schule dazugelernt...

Es ist z.B. nicht erlaubt, die weissen Stulpen zu tragen, das Gewand darf nur maximal bis zu den Knien reichen und die Haare sollen nicht zum Dao-Knoten gebunden werden. Dazu muss man anerkannter Daoist sein. Weiter ist es auch nicht erlaubt während des Trainings zu filmen oder zu fotografieren ausser von uns selbst, zu Lernzwecken.



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