Wudangshan Woche 15 + 16

Mittlerweile steigt in Wudang das Thermometer bis auf 43 Grad und dies bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 95%. Jeden Morgen, wenn wir aus unserem gut klimatisierten Zimmer gehen, fühlt es sich an, als würde man in eine Sauna eintreten und nach dem Frühstück ist der Taiji-Anzug bereits nass. Beim „huó dòng huó dòng“ (Aufwärmen) kommt man dann so richtig in den Genuss der Sommerhitze, die ja nur noch etwa sechs Wochen dauert...

So richtig schön fühlt es sich dann am Nachmittag an, wenn wir „Zhuāng Fă Zhàn“ (Stände) und das Wǔ Xíng Liù Hé Gōng (fünf Schritte und sechs Bewegungen) üben. Man steht da und hat das Gefühl, als komme man soeben aus der Dusche; dazu kommen noch die lästigen Mücken und Fliegen. Wir haben aber festgestellt, dass es uns bereits leichter fällt, den rinnenden Schweiss und die „lieben“ Tierchen zu ignorieren... eben: Fàng Sōng (entspannen).

Letzte Woche genossen wir erneut ein Weekend in den Bergen im exklusiven „Top Zero“. Das Hotel leisteten wir uns zum Geburtstag von Küni und zu unserem Hochzeitstag.

Zum späten Mittagessen gingen wir ins Taiji-Hotel, wo wir uns mit sehr feinem Essen verwöhnen liessen.

Nachmittags war es uns zu heiss um Tempel zu entdecken. Somit ging’s in den Meditationsraum im Hotel wo wir zu sanfter Musik meditierten und Stände übten.

Abends hatten wir Glück: ein prächtiger Sonnenuntergang erfreute unsere Gemüter und liess uns die starke Luftfeuchtigkeit (fast...) vergessen.

Anschliessend, in unserem noblen Zimmer, liessen wir es uns noch bei einem (oder waren es mehr...?) Gläschen chinesischem Rotwein und chinesischen Chips wohl ergehen.

Am nächsten Morgen standen wir um um 05:00 Uhr auf der Dachterrasse des Hotels und durften uns eines ebenso prächtigen Sonnenaufganges erfreuen. Wir nutzten die Gelegenheit alleine auf der Terrasse die 108er Form zu laufen in Begleitung des wohlklingenden Vogelgesangs.

Und hier noch die ‚happy news’ der Woche: Mit Freude vernahmen wir, dass uns Ende August eine „Shí Jiĕ“ (*Taiji-Schwester) aus der Schweiz, zusammen mit ihrem Ehemann, besuchen kommt.

*In China, nennen sich Kung Fu- und Taiji-Praktizierende, welche Meisterschüler sind – oder, wie in der Schweiz eine Prüfung bestanden haben – immer „Shí Mèi“ (jüngere Schwester), Shí Jiĕ (ältere Schwester), Shí Xiōng (älterer Bruder) oder Shí Dì (jüngerer Bruder); wobei sich „älter“ oder „jünger“ nicht auf das Alter, sondern auf die Anzahl der Praxis-Jahre bezieht.

In den traditionellen Schulen gibt es jedoch nach wie vor nur „Brüder“, weil in früheren Zeiten nur Männer in den Schulen zugelassen wurden. So zum Beispiel ist unsere Jiào Liàn (Trainerin) „der Shí Xiōng“ (ältere Bruder) von Nils, dem Meisterschüler.

Und weil unsere „Schwester“ aus der Schweiz länger als wir Taiji praktiziert, ist sie somit unsere Shí Jiĕ (ältere Taiji-Schwester).

Also Schwesterlein: wir freuen uns sehr, dass ihr kommt...



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Kommentare: 1
  • #1

    Regina (Mittwoch, 31 Januar 2018 22:00)

    Das esch jo es halbs Buech wo n Ehr gschrebe hend.