Wudangshan Woche 24 / Schulleben und Visa-Verlängerung


Nils, unser Meisterschüler, ist für einen Monat nach Deutschland geflogen um seine Familie zu besuchen. Nun sind Küni und ich noch die einzigen wàiguórén (Ausländer) in unserer Wǔguăn; kommt noch dazu, dass uns Leon, der einzig englischsprechende Chinese, auch noch verlassen hat. Das heisst also....

...noch mehr Chinesisch büffeln – und das in meinem Alter... Tja, jetzt sind wir nur noch etwa 13 xué shéng (Schüler). Das hat den Vorteil, dass wir jetzt sehr viel Platz für uns haben um unser Wǔ Xíng Liù Hé Gōng zu üben, wo wir mittlerweile bei der letzten (der sechsten Figur) angekommen sind. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass der Shīfu nun viel mehr Zeit für uns hat und unsere Bewegungen mit strengen und prüfenden Blicken mitverfolgt und uns sofort korrigiert, wenn wir was falsch machen. Last but not least: es hat jetzt auch genügend Platz um Wäsche aufzuhängen...

Erwähnen möchte ich noch einen neuen Schüler an unserer Academy: So wie ich ihn verstanden habe, hat er Jeet Kune Do (chin.: jié quán dào), ein von Bruce Lee entwickelter Kampfkunststil, gelernt. Aber nicht nur das: er sieht auch noch fast aus wie Bruce Lee und beherrscht die Kunst des Nunchaku, einer Schlagwaffe bestehend aus zwei mit einer Kette oder starken Schnur verbundenen Hölzer. So durfte ich mich endlich wieder mal mit dieser Waffe beschäftigen und war auch ein wenig stolz, dass ich das Ding noch so gut beherrsche.

Der Wetterbericht: Hier in Wudang sind die Temperaturen merklich gesunken (zwischen 22 und 25 Grad) und das Trainieren im Hof fällt uns jetzt wieder wesentlich leichter. Einzig die Mücken sind momentan eine echte Plage, aber die Viecher können uns noch maximal 2-3 Monate piesacken, bis ihnen das Stechen vergehen wird...

Gestern mussten wir mit unserem Schulmanager Rao Jun zur Polizei um unsere Visa verlängern zu lassen. Gut, dachten wir, das geht mal eben eine Stunde und dann können wir unseren freien Tag geniessen. Denkste! Die Mühlen der Verwaltung mahlen hier noch langsamer als in der Schweiz. Am Tag zuvor mussten wir 4 Fotos von uns machen lassen. Diese hat Rao dann auf die entsprechenden Formulare geklebt. Bei der Polizei mussten wir dann erneut Anstehen um ein Foto zu machen. Foto gemacht, wir warteten wieder ca. eine halbe Stunde, dann wurde uns gesagt, dass ein Datum auf unserem schriftlichen Gesuch nicht stimme... also schrieben wir das ganze nochmals neu. Nochmals eine gute halbe Stunde, die wir nutzten um unsere Fotos auf unseren Handys zu  bearbeiten. Dann wurden wir nochmals für ein „Photoshooting“ aufgefordert. Tja, und so dauerte das ganze gut drei Stunden. Wir bezahlten dann 184 RNB (ca. CHF 25.00) und dürfen jetzt – so hoffen wir – drei Monate länger hierbleiben. Wir freuen uns jetzt schon auf das Verlängerungsprozedere im Dezember...

Anschliessend widmeten wir uns noch dem Chinesisch. Den Abend schlossen wir dann mit einem Spaziergang entlang dem Fluss ab.



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