Wudangshan Woche 25


 

Diese Woche beendeten wir die Wǔ Xíng Liù Hé Gōng – Form; das heisst, wir laufen jetzt alle vier Quadrate am Stück mit allen sechs „Bewegungen“ inklusive ‚Verbindungsschritten’. Dies erfordert viel Konzentration und noch mehr Üben ist angesagt....

Diese Woche fanden zwei Ereignisse praktisch zur gleichen Zeit statt: Am Samstag wurden wir von Master Tian und seiner Frau Shi Niang zu einem Mittagessen bei einem ihrer Freunde eingeladen. Der Freund besitzt eine riesige Tee-Plantage, etwa 30 Minuten von Wudang entfernt. Wir wurden zum gedeckten Tisch geführt, Küni und ich durften links und rechts neben dem Meister sitzen.  Das Essen war reichhaltig und – wie immer – wurden auch die „feinen“ Hühnerfüsse serviert. Also dachte ich: „wenn du schon mal neben dem Meister sitzt, musst du auch alles vom Essen probieren“ und so schnappte ich mir einen der Appetit anregenden „Hühnerfüsse“ und musste feststellen, dass die gar nicht so widerlich sind, wie sie ausschauen und im Geschmack sehr gut sind. Tja... so langsam werde ich ein Chinese. Und wie bei jedem chinesischen Anlass, durfte auch der „Bài Jiŭ“ (weisser Alkohol, Reisschnaps) nicht fehlen. Zwei Flaschen wurden auf den Tisch gestellt, die Gläser wurden – wie in China üblich – randvoll gefüllt und es wurde fast endlos geprostet. Da versteht es sich von selbst, dass die Flaschen dementsprechend schnell leer- und wir dagegen sehr schnell „voll“ waren. So, wie mir Küni am nächsten Tag erzählte, machten wir nach dem Essen noch einen kleinen Spaziergang im Garten des Gastgebers mit Fotosession und anschliessend wurde noch Schwarztee getrunken – komischerweise mag ich mich daran nicht so recht erinnern...

Danach ging es zurück zur Schule, wo wir nach dem Motto: „wer trinkt, kann auch arbeiten“, noch zwei Stunden trainierten...

Was wir nicht wussten:

 

Während wir einen lustigen Nachmittag mit reichlich Schnaps verbrachten, ist in unserer Nachbarschaft, direkt neben der Schule, ein älterer Mann gestorben, der schon lange an einer Krankheit litt. In Wudang ist es üblich, dass dies mit lautem Knallen (Feuerwerk) und lauter Musik zelebriert wird. Dabei werden angeblich die „bösen“ Geister vertrieben. Tja, und da dies die ganze Nacht andauert, liegt es auf der Hand, dass wir dabei auch kein Auge zu machen konnten. Gestern wurde nochmals – bei lauter Musik – bis Mitternacht gefeiert und bis früh in den Morgen mit Schlaginstrumenten und Feuerwerk böse Geister vertrieben. So sind wir froh, jetzt zwei ruhige Freitage geniessen zu dürfen.



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Kommentare: 2
  • #1

    Eveline (Montag, 18 September 2017 23:41)

    scho 25 Wuche?! Gsesch erholt us! Liebe Grüess Eveline

  • #2

    Tomas (Montag, 25 September 2017 20:33)

    So, so, und Alina und ich dachten Du wolltest in China Tai Ji lernen. Prost!