Wudangshan Woche 32 + 33


Die letzten zwei Wochen wurden etwas überschattet durch den Tod unseres geliebten Wŭguăn-Hundes „Xiānfēng“ (Pionier). Er war ein so köstlicher Hund, der unsere Gemüter immer zu erheitern wusste. Leider liegt der Verdacht nahe, dass er vergiftet wurde...

Damit noch nicht genug: am nächsten Tag stand auch schon ein Nachbar vor der Türe und fragte, ob er den toten Hund haben könne, damit er ihn kochen und seine Zähne (für was auch immer) ziehen könne. Tja: andere Länder – andere Sitten, mehr möchten wir dazu nicht sagen. Natürlich haben wir das abgelehnt und den Hund – zusammen mit den Kindern – auf einem Hügel würdig beerdigt.

 

R.I.P. Xiānfēng!


 

Aber.... das Leben geht weiter und wir sind fleissig am Erlernen der Shí San Shì (13er-Form), die einiges von uns fordert. In zwei Wochen wird auch Meister Tian wieder von Deutschland zurück sein. Wir freuen uns, dass er bald wieder bei uns ist.

Diese Woche wurden wir „Wàiguórén“ (Ausländer) aus verschiedenen Schulen, von ranghohen Offizieren der Migrationspolizei der Provinz Hubei inspiziert. Am Mittwoch war „Probe“ im Yu Xu Gong, das heisst: etwa eine Stunde herumstehen und dann in fünf Minuten instruiert werden, wie es am nächsten Tag abläuft. Am Donnerstag, führten zwei Gruppen je eine Form vor und wir praktizierten in einer Ecke Bā Duàn Jǐn, nach ca. 20 Minuten war der Spuk vorbei. Uns wurde gesagt, die Inspektion sei massgebend für die Erteilung der Visa.

 Letzte Woche zogen wir uns für einen Tag in die Wudangberge zurück, um dort etwas Ruhe zu finden und unsere Formen zu üben und zu filmen. Widererwarten hatte es immer noch viele einheimische Touristen, die leider wenig Respekt zeigen vor den heiligen Orten, die sie ja eigentlich so verehren. Es wird laut rumgebrüllt und es werden Fotos geknipst an Orten, wo es eigentlich nicht gerne gesehen wird...