Wudangshan Woche 37


 

Wie Küni und ich gelesen haben, scheint der Winter im Nordwesten von Europa nun definitiv eingekehrt zu sein. Hier in Wudang lässt der Schnee noch auf sich warten, jedoch sinken die Temperaturen täglich und das Thermometer sackt zwischendurch schon mal auf Minuswerte ab. In unserem Zimmer wird es – trotz Heizung – immer kälter und da hilft manchmal nur noch ein warmes Fussbad. Um es uns um 1 bis 2 Grad wohler zu gestalten, haben wir den etwa zwei Finger dicken Spalt unterhalb der Türe mit Plastik- und Papiersäcken verdichtet. Wären die Fensterrahmen auch noch dicht, tja dann...

Das „Chinesisch“ macht bei uns auch Fortschritt, wir... also, das heisst... Küni wird immer besser; bei mir dauert das halt noch etwas länger. Ich denke die Chinesen sind einfach noch nicht so weit, mich zu verstehen, aber das kommt schon noch... so hoffe ich... Mindestens bin ich soweit, dass ich – wenn zwei Chinesen miteinander 5 Minuten sprechen – schon ein Wort verstehen kann...

Weil mein Brustkorb nach gut zwei Wochen immer noch ziemlich schmerzte, ging ich ins Spital von Wudang um mich dort untersuchen zu lassen. Dies, obwohl mir von verschiedenen Seiten geraten wurde nicht hier, sondern in Shíyàn ins Spital zu gehen, weil die hier angeblich für Ausländer mehr verlangen, als für Einheimische. Melody, unsere Chinesisch Lehrerin, meinte aber, dem sei nicht so und bot an, uns zu begleiten.

Wir waren recht erstaunt, wie schnell das alles ging in dem Spital. Ich wurde einem Arzt zugeteilt, dieser untersuchte mich kurz, schickte mich dann für ein CT in die zuständige Abteilung. Dort, kam ich (ebenfalls) sofort an die Reihe. Nach ca. 20 Minuten sassen wir wieder beim ersten Arzt und begutachteten die Bilder. Meine 5. und vermutlich auch meine 12. Rippe sind angerissen – also nicht gebrochen. Der Arzt verschrieb mir noch Pillen, die angeblich das Zusammenwachsen der Knochen fördert. Dann, noch schnell ein Foto gemacht – natürlich auch noch mit dem Handy des Arztes – und nach ca. 45 Minuten verliessen wir das Spital wieder. Da ich die nächsten zwei Monate nicht so hart trainieren darf, bleibt also Zeit um mich dem Chinesisch zu widmen...

Ach ja... die Kosten: Dem Arzt mussten wir 3 Yuan (ca. CHF 0.40) abgeben, das CT und die Pillen kostete uns etwa 500 Yuan (ca. CHF 75.00) ... Wenn man so denkt, was ein CT in der Schweiz kostet...

Ja, und dann wären da noch so die Gesundheitstips, die wir hier bekommen: Küni hatte vor zwei Tagen eine Migräne; angeblich komme die davon, weil sie an der Sonne Qigong praktiziert habe, ein anderer meinte, sie solle Zucker essen. Für die Lunge sei angeblich das Essen von in Wasser gekochten Birnen und/oder Äpfeln gesund... Oh, ja... und übrigens: Sojasauce gäbe braune Zähne und Haut...

Gestern luden wir Dodo, eine 11-jährige Kungfu-Schülerin, zum Spaghetti-Essen ein. Für sie war das ein richtiger Festschmaus und unseren Herzen tat es gut, einem Kind so eine Freude zu machen, denn die Kinder unserer Schule kommen praktisch fast nie raus.



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