Wudangshan Wochen 43 - 46 / Ferien in der Schweiz


Wurde ja Zeit! Schon ca. 4 Wochen in der Schweiz und erst jetzt ein Update unseres Blogs...

 

Das Problem liegt daran, dass wir im Elternhaus in Frutigen keinen Internetanschluss haben... Jaaaa... das gibt’s tatsächlich noch... 😔😏

 

Aber: beginnen wir mal von Anfang...

Am 24.01.18 fuhren wir mit dem Zug in Shanghai ein. Nach zehn Monaten in Wudang, kam uns die Riesenstadt (über 23 Mio. Einwohner) recht hektisch vor. Mit dem Taxi fuhren wir sofort ins Hotel und bezogen dort unser Zimmer mit echtem «Wow-Effekt». Wir gönnten uns einen Aufenthalt im «Kempinski». Das Hotel ist absolut suuper und das Personal (vom Zimmermädchen bis zum Hoteldirektor) sehr, sehr freundlich und kompetent.

Nach einer intensiven Körperpflege im pompösen Badezimmer genossen wir beim «Afternoon-Tea» die feinen Häppchen und leckeren Süssigkeiten. Danach ab ins Zimmer und erst mal Siesta. 1 ½ Stunden später – wieder in der Lounge – war Happy Hour angesagt. Da versorgten wir uns wieder mit feinsten Häppchen (von belegten Brötchen bis zum Rindssteak). Ja...   und so ging dies beinahe jeden Tag: Frühstückbuffet – Afternoon-Tea – Happy Hour... im Nu hatte ich wieder ca. 3 Kg mehr Gewicht.

Im Fitnessraum versuchten wir dann mit unserem Training einige Kalorien zu verlieren, jedoch mit nicht allzu grossem Erfolg; aber – so sagten wir uns – man muss das Leben eben auch geniessen und das taten wir in vollen Zügen. In dieser Woche ging für uns auch der Wunsch nach einem Cordon Bleu in Erfüllung. Cordon Bleu in Shanghai?! Ja, das geht und zwar im «Zeitgeist» einem deutschen Lokal und dazu gab es erst noch einen deftigen Kartoffelsalat und ein kühles «Blondes».

Am 29.01.18 flogen wir mit Swiss zurück nach Zürich und wurden dort von Nadine, «unserer» Tochter abgeholt. In der ersten Woche gab es recht viel zu tun: Arztbesuche, Check-Up’s, Zahnarztbesuche und – das wichtigste – der Antrag für’s Visum beim chinesischen Konsulat in Zürich. Natürlich wurde auch wieder deftig geschlemmert – von Pommes mit Ketchup über Kebab, Braten mit Spätzle, bis hin zum Rindstartar – meine Hosen gingen dabei ziemlich ein...

Ja, und jetzt sind wir die 2. Woche im Berner Oberland bei unseren Eltern. Leider spielt das Wetter nicht immer mit, aber einige sonnige Tage konnten wir trotzdem geniessen. Einer der Ausflugsziele war Gstaad. Das Wetter war an diesem Tag traumhaft schön. Der Himmel nur blau ohne ein einziges Wölkchen. Nach einem feinen und linienbewussten aber lang ersehnten Mittagessen (Salatteller) und einem Spaziergang, schlossen wir den Tag ab bei einem Apéro auf einer herrlichen Sonnenterrasse.

Wie klein die Welt doch ist!

Als wir auf dem Weg zum Parkhaus waren, hörte ich, dass jemand «Küni» rief. «Kann nicht sein» dachte ich und wir liefen weiter. «Küni» ertönte es noch zweimal, da drehten wir uns um und – da stand Yonatan, ein Schüler einer anderen Kungfu-Schule in Wudang. Er arbeitet eine Saison in einem Hotel und wird im Herbst wieder nach Wudang zurückehren. Wir freuten uns natürlich riesig, den sympathischen Mexikaner aus Wudang hier in Gstaad zu treffen und bei Tee und Kaffee hatten wir uns sehr viel zu erzählen.

Heute Abend gibt es Fondue und morgen wird wieder geschlemmert, da feiern wir nämlich den 80. Geburtstag unseres Vaters. Wir freuen uns natürlich sehr, an diesem Fest auch unsere Geschwister, Verwandte, Freunde und Bekannte zu treffen.

Also, ihr seht: die meisten kulinarischen Wünsche gingen für uns bis dato in Erfüllung. Aber, und jetzt kommt das grosse A B E R: wir sehnen uns eigentlich schon wieder nach Wudang, weil uns das Training wahnsinnig fehlt. Irgendwann hat man die Schlemmerei auch mal «gesehen». Klar schmeckt einem das heimische Essen immer besser, aber Tatsache ist, dass das Essen an unserer Schule zwar nicht besser schmeckt, aber um vieles gesünder ist und man kann dabei erst noch abnehmen. Aber nicht nur wegen des Essens fehlt uns Wudang, uns fehlt auch unsere zweite Familie an unserer Wǔguăn.  Master Tian, die Shīniáng (seine Frau), die ach so grimmig dreinschauende Jiào Liān, die auch herzlich lachen kann, Nils der deutsche Hüne mit seinem weichen Herzen, die Kinder – manchmal weinend, dann wieder laut lachend und natürlich Popo und Ye Ye, die Grosseltern, die für unser Wohlsein sorgen. Irgendwie wachsen einem die Menschen dort schon ans Herz.

Am 4. März kehren wir wieder von Zürich via Hong Kong, über Wuhan und von dort mit dem Zug nach Wudang an unsere Schule zurück, wo wir noch viel Neues zu lernen haben werden...

Liebe Grüsse aus dem BEO

 

 

 

Küni & Gustav

 



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