Wudangshan Woche 50 / Zurück in den Alltag


Voller Tatendrang starteten wir am letzten Mittwoch unser erstes Training nach unseren Ferien. Um O8:00 besammelten wir uns zum üblichen Appell, verneigten uns vor der – wie immer – grimmig dreinschauenden Jiàoliàn und begannen mit dem huó dòng (Aufwärmen).  Tja...

 

...für mich dauerte das Training allerdings nur etwa 10 Minuten: Beim Einlaufen stolperte ich über eine Erhöhung und fiel – Kopf voran – auf den Boden. Es knallte derart, dass ich zuerst befürchtete einen Schädelbruch zu haben. Aber glücklicherweise war es nur eine kleine Platzwunde gefolgt von einer leichten Hirnerschütterung. Zwei Tage Ruhezeit waren angesagt.

 

Am Freitag Nahmittag dann, schloss ich mich Küni wieder an und begann vorsichtig mit Dehnen; gemeinsam arbeiteten wir dann weiter an unseren Formen.

 

Ferien sind definitiv nicht gut, vor allem dann, wenn man kaum trainiert... das bekam ich deutlich mit einem deftigen Muskelkater zu spüren... Das beweist einmal mehr, dass man halt immer dran bleiben muss. Wie heisst es so schön: «Wer rastet, der rostet»...

 

Zur Entspannung genossen mit Meister Tian, Shīniáng (seine Ehefrau) und einer Mitschülerin einen Abendspaziergang entlang des schön ausgebauten Ufers des Taiji Hú (Taiji-See).

 

Meister Tian Liyang führte dies Woche mit einer Gruppe Chinesen ein Meditationsseminar durch, welches gestern endete. Die Gruppe ist gestern wieder abgereist und an unserer Schule ist wieder Ruhe eingekehrt.... 😉

 

Am Sonntag lud uns der Manager vom Hotel «Top Zero» am Nanyan zum Abendessen ein. Schon oft haben wir gehört «wenn ein Chinese dich einlädt, dann will er meistens was von dir»; also schauten wir dem Abend gespannt entgegen. Aber, dem war absolut nicht so. Er hatte einfach nur Freude mit uns zu essen und etwas zu plaudern. Plaudern...?

 

Er sprach kein Wort Englisch und seine Kollegin, die ihn begleitete, nur ganz wenig; somit blieb uns nichts anderes übrig, als die Konversation in Chinesisch zu führen. Tja, wie heisst es so schön: «Meine Frau ist auch eine Dolmetscherin»... Während sich Küni sehr selbstbewusst und erstaunlich gut in Chinesisch mit den beiden unterhielt, sass ich mit hin und her schweifenden Blicken da und versuchte wenigstens ein paar Wörter zu erhaschen, die ich ja eventuell verstehen könnte... Alles in allem, ein gelungener und schöner Abend.

 

Gestern begann unser Chinesisch Unterricht wieder und ich realisierte, wie schnell man doch so viel vergisst, wenn man nicht wirklich jeden Tag dran bleibt. So werde ich künftig keinen Blog mehr schreiben und nur noch Chinesisch büffeln... 🤓😊

 

Ja und so sitzen wir im (sehr kalten) qīng nián lǚ shè (Youth Hostel) an unserem «Schreibtisch», machen unsere Aufgaben und waschen unsere Kleider. Für 10 RNB (CHF 1.50, inkl. Waschmittel) kann man hier seine Wäsche in der Maschine waschen und auf der Dachterrasse aufhängen. Da trifft man natürlich auch wieder die alt bekannten Gesichter und tauscht sich gegenseitig wieder die «Wudang-News» aus, während die Köchin ihr Mittagsnickerchen hält.

Heute Abend treffen wieder einige SchülerInnen aus Frankreich und Deutschland ein um bei Meister Tian zu lernen. Da freuen wir uns natürlich sehr, da wir die meisten von Ihnen schon vom letzten Jahr respektive aus einem Seminar in Deutschland her kennen. Da gibt’s bestimmt wieder viel zu erzählen...

 

Wir berichten weiter..

 

 

 

Liebe Grüsse aus Wudang

 

 

 

Küni & Gustav

 



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Kommentare: 2
  • #1

    Sonja (Dienstag, 20 März 2018 10:37)

    Wie ich sehe ist dein kopf doch nicht so hart, nein hast mega glück gehabt��schön und danke für die intressanten zeilen, läuft ja immer was.
    Herzlich sonja

  • #2

    Gregory (Montag, 02 April 2018 19:57)

    Lese Euren Blog immer mit grossem Interesse.
    Herzliche Grüsse