Wudangshan Woche 5

Wie die Zeit vergeht.... schon wieder eine Woche vorbei. Letzten Dienstag – eigentlich unser Freitag – mussten wir Ausländer (genannt: Wai Guo Ren) mit Meister Tian Liyang nach Shiyan City in ein lokales Fernsehstudio..

Nach einer einstündigen Talkshow wurden wir „Wai Guo Ren“ interviewt und im Laufe dieser Woche kam das TV erneut für Aufnahmen und Interviews mit uns. Dies alles im Zusammenhang mit einem bevorstehenden, riesen Daoisten-Treffen in Wudang, an welchem wir dann auch wieder – diesmal auf einer Bühne – „vorgeführt“ werden. Die Fragen sind eigentlich immer die gleichen: Was sind die Gründe, weshalb wir nach Wudang kamen, wie wir uns fühlen hier und wie das Taiji bis jetzt auf uns wirkt.

Tja... wie wirkt es auf uns? Das ist eine gute Frage... Eigentlich sollt es ja wohltuend und entspannend auf den Körper einwirken, aber davon spüren wir noch nichts, im Gegenteil: durch die sehr ungewohnten und zum Teil recht anspruchsvollen Bewegungen spüren wir fast jeden einzelnen Muskel, vor allem im Rüken- und Nackenbereich. Aber eine positive Wirkung spüren wir bereits: unser Kilos purzeln und wir können unser Gurte bereits etwas enger schnallen...

Beim Fang Song Gong sind wir mittlerweile bei sind wir wieder eine Stufe weiter. Es ist so eine Art Vorübung zum Tui (schiebende) Shou (Hände); dabei wird Druck auf diverse Stellen am Körper ausgeübt, zuerst sanft und dann immer stärker. Es ist lustig wie schwerfällig und steif ich doch in den Jahren wurde: unser Lehrerin „Jiou Lian“ pusht mich nur kurz an und ich fliege praktisch weg, als etwa 45 Kg gegen 88 Kg... hmm... aber nach einigen Versuchen, spüren Küni und ich bald einmal wie und wo man sich richtig entspannt und so einwirkenden Kraft sanft entgegenwirkt. Eine Übung muss ich doch noch erwähnen: Der Arm des „im Fang Song“ Stehenden, wird seitlich angehoben, dann verdreht, sodass der Ellenbogen nach unten schaut, und dann wird der gestreckte Arm langsam mit immer stärker werdenden Kraft gegen die Schulter gedrückt. Am Anfang denkt man, dass es unmöglich ist, aus diesem „Hebel“ zu entkommen, aber nach ein paar Mal üben, lernt man sich aus dieser Situation, (fast) geschmeidig und ganz entspannt (im „Fang Song“) herauswinden.

Neben dem Fang Song Gong lernen wir auch noch Techniken wie „Die tanzenden Fische“ und „Der Drachen der im Wasser spielt“, bei denen es gilt die Arme und Hände so zu winden und drehen, dass die Schultergelenke und die Wirbelsäule, also der ganze obere Bereich des Körpers intensiv gefordert werden – und das geht recht an die Substanz.... So viel von wegen „wohltuend“ und „entspannend“...

Noch kurz zum Wetter:

Langsam aber sicher, wird es hier immer wärmer (bis 27 Grad) und es wird in den nächsten 3-4 Monaten noch bis zu 45 Grad warm, also sind wir mal gespannt, was da noch auf uns zu kommt.

 

So, und jetzt muss ich noch zum Friseur...



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